Was sagt der Trend?

 


 

Ernst Nonhoff hat eine besondere Vorliebe. Der Generaldirektor von IBM Österreich liebt Musik über alles, und zwar sowohl Klassik als auch Pop & Rock. … „Natürlich bin ich davon ausgegangen, die eingekaufte Musik auch auf CD brennen zu können, doch das stellte sich als Irrtum heraus. Das Geld habe ich umsonst ausgegeben“, ärgert sich IT-Experte, Computerspezialist und Elektronikfreak Nonhoff.
LOL. Man merkt, dass der Trend zum News-Verlag gehört – die Recherche ist recht mangelhaft. Schauen wir uns mal den Lebenslauf des Hr. Nonhoff an:
1971 Verkaufsrepräsentant der IBM Österreich für den damaligen Bereich "Government Industry".
1978 Recruiter der IBM Österreich.
1982 Foreign Assignment in der europäischen IBM Zentrale, Paris.
1984 verschiedene Manager-Postitionen bei der IBM Österreich im Bereich Marketing.
1987 Direktor Anwendungs-Software, verantwortlich für das Anwendungs-Entwicklungs-Zentrum in Wien.
1991 Manager "Professional Services", in Verantwortung des Aufbaues des "Systems Integration Businesses".
1996 Direktor IBM "Global Services" für Österreich und CER (Central Europe and Russia).
1997 Direktor "Year 2000 Initiatives" für EMEA (Europe Middle East Africa).
2000 Direktor für "Mobile Internet Sales", EMEA.
seit Oktober 2000 Generaldirektor der IBM Österreich.
Hr. Nonhoff hat also die klassische Manager-Karriere in einem IT-Konzern hinter sich und dürfte, soweit ich das beurteilen kann, auch etwas geleistet haben. Aber, liebe Kollegen vom Trend, eine Manager-Karriere in einem IT-Konzern wie IBM bedeutet nicht, dass die Person ein IT-Experte und Computerspezialist ist – und schon gar nicht im Consumer-Bereich. Hier hätte ich eher einen Chef von Sony, Philips oder Microsoft genommen.
An sich einfache Gerätschaften wie DVD-Player werden in den unterschiedlichsten Standards ausgeliefert mit völlig verwirrenden, untauglichen Kürzeln als Orientierung – von „DVD+R“ über „-RW“ bis „DVD-RAM“. Herauszufinden, welches Format mit welchem kann, ist eine Sache für technisch veranlagte Masochisten.
Also jemanden, der sich dafür interessiert und der sich damit (aus freien Stücken) beschäftigt, als Masochisten hinzustellen empfinde ich schon als Frechheit.
Es ist natürlich klar, woher das kommt. Eigenangabe Trend: „ Wir berichten über die neuesten Trends für Manager und Unternehmer.”. Und die haben ihre Computerfritzen, die ihnen alles richten (sollen). Und das sind natürlich keine hochbezahlten Spezialisten, sondern Freaks und eben Masochisten. Ich finde das nicht gut, wie in den Medien Menschen mit technischem Interesse und Wissen heruntergemacht werden. Bei derartigen Formulierungen und Aussagen wundert es mich auch nicht, dass Mädchen keine technischen Berufe ergreifen wollen – das Prestige ist anscheinend zu gering, da hilft auch kein Töchtertag in Unternehmen.
Eine Verhaltensweise, die beispielsweise beim Einkauf von Software zu finden ist. „Es ist ein Irrtum zu glauben, eine Software wäre besser, weil sie mehr kann“, sagt Technikguru Nicholas Negroponte vom Bostoner MIT (Massachusetts Institute of Technology) im trend-Gespräch: „Es ist eine Krankheit, und die heißt Featuritis. Ich verwende jetzt schon 25 Jahre lang Computer und Laptops, doch mein heutiger Computer ist der langsamste und unzuverlässigste, den ich je hatte. Und das liegt an der Software.
Hehehe. Ob er Windows verwendet? ;)
Liebe Kollegen vom Trend. Hr. Negroponte ist kein „Technikguru”, sondern der Gründer des legendären Media Labs des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Jemanden wie ihn als „Technikguru” zu titulieren ist IMHO falsch und wird der Person nicht gerecht. Dieser Mann ist hoch intelligent, ein Visionär (und hier meine ich das positiv) und jemand, der Sachen auf die Beine stellen kann, aber kein „Technikguru”.
Sophie Karmasin, Mitglied der Geschäftsleitung der Karmasin Motivforschung: „Es fehlt vielfach die Vorbildung und die Lust, sich mit technischen Belangen zu beschäftigen.“
OK, dass jemand kein Interesse daran hat, sich mit der Technologie auseinander zu setzen, kann ich verstehen und akzeptieren. Was ich aber nicht verstehe ist, dass diese Personen dann auch nicht gewillt sind, für eine kompetente Beratung Geld auszugeben. Da wird nach dem Motto „Geiz ist Geil” beim billigsten Anbieter ohne Beratung eingekauft und nachher über das nicht funktionierende Glumpert geschimpft. Dass man sich im Fachhandel beraten lassen kann und dann zwar eventuell ein paar Euro mehr bezahlt, dafür aber dann auch „das richtige” Gerät daheim hat, daran denkt keiner.
Andererseits muss es ja immer das neueste und beste sein, auch wenn man es nicht benutzen kann oder will. Aber schließlich muss man ja auch auf sein Image bei den Nachbarn, Freunden, etc. achten.
Dazu kommt die Einbildung einer Halbbildung in elektronischen Belangen. Wer zu Hause seinen Anrufbeantworter programmieren kann, wähnt sich schon als halber IT-Fachmann. „Wir überschätzen uns gerne, was das Verständnis für Technik und deren Funktionsweise und Bedienung betrifft, und sitzen so leicht etlichen Irrtümern auf“, analysiert Fessel-GfK-Frau Leisch, „schließlich wird einem ja auch vorgegaukelt, dass alles ganz einfach ist.“
Jaja, davon können all jene, die in der IT-Abteilung eines Unternehmens sitzen, wohl ein Lied singen, oder? :)
Hmmm. Und kann mit wer erklären, was eine „Fessel-GfK-Frau” ist ???
Was insgesamt dazu führt, dass sich die Konsumenten und User viel zu wenig informieren – sei es, was die Sicherheit im Internet betrifft oder die Auswahl der richtigen Digitalkamera. Leisch: „Wir haben einfach zu wenig Zeit, uns damit auseinander zu setzen. Aber das sollte ja auch nicht der Sinn der lebenserleichternden Technik sein.“
Ein DVD-Rekorder ist für mich nicht eine lebenserleichternde Technik, aber bitte. ;)
Und was das auseinandersetzen mit der Technik betrifft: Es muss sich ja nicht jeder damit beschäftigen, aber dann sollte man das Geld investieren und sich duch kompetentes Personal beraten lassen. Selbiges gilt auch für die „Sicherheit im Internet”. Aber wer kennt Privatpersonen, die sich gegen Geld einen Dienstleister kommen lassen, der ihnen den PC absichert. Da wird lieber weiter herumgesudert, dass der PC und das Internet so langsam sind, ohne zu wissen, dass der PC mit Spyware und Trojanern so überfüllt ist, dass er zu nichts anderem mehr kommt, als Spam zu versenden. „Ignoranz ist Glückseligkeit” lautet ein passender Spruch. Und die Ignoranz wird immer größer - nicht nur im IT-Bereich. :( So, bevor ich jetzt aber wieder auf meinem Lieblinsgthema herumkaue, wende ich mich anderen Aufgaben zu. Ich bin auf den Trend-Artikel gespannt und werde ihn sicherlich lesen, auch wenn der „Teaser” nichts gutes verheißt. Ich werden dann berichten, wie er ist.

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[Samstag, 20050430, 13:45 | permanent link | 0 Kommentar(e)

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