Links from 2017-12-15

The Great AI Paradox

Don’t worry about supersmart AI eliminating all the jobs. That’s just a distraction from the problems even relatively dumb computers are causing.

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[Samstag, 20171216, 05:00 | permanent link | 0 Kommentar(e)


Give (Net)Peace a Chance?

Beim 21. Netzpolitischen Abends AT am 7. Dezember 2017 in Wien war auch VertreterInnen von Greenpeace anwesend, die ihr Netpeace (Achtung! Autoplay Video mit Sound!) – na nennen wir es mal „Projekt” – vorgestellt haben.
Alter Schwede – das wusste ich ja gar nicht, wo ich anfangen sollte. Obwohl einer von drei Talks an diesem Abend ausfiel, hatten die Anwesenden nicht ausreichend Zeit, Ihre Kritik an dieser „Ideensammlung” (Version 1.2, Stand 13. Oktober 2017) zu äußern.

Lasst uns mit dem Reizthema „Upload-Filter” beginnen. Dazu schreibt Greenpeace:

Je nachdem welche Grundrechte durch das Hochladen eines (vermeintlich) rechtswidrigen Inhalts betroffen sind, braucht es eine angemessene Reaktion durch die Plattform

Nur für Inhalte, die Grundrechtsverletzungen betreffen, welche keiner Verhältnismäßigkeitsprüfung zugänglich sind (z.B. Kinderpornografie), ist eine automatische Löschung mittels Upload-Filter zulässig,

Um Missbrauch zu vermeiden, muss die Meldung einer Urheberrechtsverletzung einen Nachweis des Rechtsanspruchs beinhalten, bevor der Inhalt gelöscht werden darf.

Für Urheberrechtsverletzungen darf es keine verpflichtenden Upload-Filter geben…

Unpackbar, oder? Da erklärt uns Greenpeace drei Absätze lang, dass Upload-Filter unbedingt brauchen, um dann im letzten Absatz zu schreiben, dass es keine verpflichtenden Upload-Filter geben darf. Wahrscheinlich stellen sie sich vor, dass es einen Upload-Filter-Filter gibt, der den Upload-Filter nur aktiviert, wenn der Upload-Filter „gerechtfertigt” ist. *kopfschüttel*
Und dann auch noch das Totschlagargument mit der Kinderpornografie. Das erinnert sehr an 2009, als in Oberöstereich die Grünen zusammen mit der ÖVP eine österreichweite Internetzensur-Infrastruktur für 4,6 Mio. Internetuser forderte, weil es 862 angezeigte Fälle von Kinderpronographie gab, von den 103 nicht aufgeklärt werden konnten. Und das es mit der Stopline in Österreich bereits eine mehr als erfolgreiche Institution gibt, die derartige Inhalte sowohl im In-, wie auch im Ausland schnell und erfolgreich offline nehmen und die Behörden bei der Strafverfolgung hilft, wird von Greenpeace auch einfach ignoriert.
Aber Kinderpornografie! Da kann doch niemand dagegen sein, da was dagegen zu tun.

Warum Upload-Filter aus vielerlei Gründen keine gute Idee sind, lässt sich bei Julia Reda wunderbar nachlesen und hören.

Notiz am Rande: Ich fand auch den Teil mit „die Auswahl der Inhalte muss einer rechtsstaatlichen Kontrolle unterliegen” sehr amüsant. Die Upload-Filter werden dann also von MitarbeiterInnen der Justiz betrieben, die jeden Upload rechtsstaatlich kontrollieren?

 

Greenpeace hätte auch gerne ein „Recht auf digitale Gegendarstellung”:

Eine etwaige Richtigstellungsbenachrichtigung muss über alle Kanäle ausgesendet werden, in denen die Falschmeldung zu sehen war (also auch in den Profilen jener UserInnen, die die Falschmeldung geteilt haben), sowie allen UserInnen angezeigt werden, die mit der verursachenden Meldung interagiert haben (Likes, Kommentare etc.). Die Verpflichtung zur Richtigstellung soll so gestaltet werden, dass dadurch keine Verpflichtung zu zusätzlichem Tracking entsteht.

Ev. auch noch warme Eislutscher dazu? Wenn eine Richtigstellung allen BenutzerInnen angezeigt werden soll, welche auch die ursprüngliche Meldung gesehen haben, muss der Dienstbetreiber diese Tatsache auch irgendwo protokollieren. Der Wunsch nach „keiner Verpflichtung zu zusätzlichem Tracking” muss daher durch eine Pflicht für mehr Tracking ersetzt werden, wenn das so umgesetzt werden soll, wie sich Greenpeace das wünscht. Zum Einen meint also Greenpeace, dass sie börsennotierte US-Unternehmen dazu motivieren können (OK, ist zumindest engagiert gedacht) und wir BenutzerInnen dann auch noch dieser Vorratsdatenspeicherung wer wann welche Postings gesehen hat, freudig zustimmen? Gehts noch?

 

Durchzogen ist das ganze Papier dann auch von einer diffusen Angst vor undurchschaubaren Algorithmen, Fake-News und natürlich auch dem „Hass im Netz” – damit bekommt Greenpeace natürlich sofort Audienzen bei Journalistin/Buchautorin/Digital-Botschafterin/Workshop-Veranstalterin Ingrid Brodnig und der (noch) Staatssekretärin Duzdar. Und darüber, dass der Hass nicht nur im Netz, sondern auch auf den Stammtischen, usw. ist, braucht wieder niemand nachdenken.
Genauso wird, wie immer bei diesem Thema, nach mehr und neuen Gesetzen gegen diese „Hassrede” gerufen, anstatt einmal zu schauen, ob unsere rechtsstaatlichen Mittel nicht sowieso ausreichen würden, wenn wir von Ihnen mehr/besser Gebrauch machen würden. Dem Wunsch von Greenpeace nach einer Sonderstaatsanwaltschaft kann ich nichts abgewinnen – eine größere Gruppe von gut geschulten, motivierten und intelligenten „Cyber-Polizisten” fände ich hier wesentlich sinnvoller.
Hier fällt natürlich auch der Ruf von Greenpeace nach „Digitaler Grundbildung” hinein – wenn wir in den letzten 20 Jahren eine vernünftige Medienkompetenz-Ausbildung in den Schulen gehabt hätten, bräuchten wir uns jetzt um das Thema keine Gedanken machen. Nun aber das Thema „Medienkompetenz” in die digitale Ecke zu stellen, ist IMHO ebenfalls ganz der falsche Ansatz.

Schön war bei dem NetzPat Event auch der Sager „Das ‘neuen’ Phänomen ‘Social Media’ bräuchte Spielregeln”. Twitter gibts seit 2006, Facebook seit 2004 – was ist da neu? Das „Problem” von Greenpeace und vielen anderen Organisationen ist halt, dass sie (zu) spät draufkommen, dass die Populisten diese Medien schneller und besser verstanden haben und nun für sich ausnutzen, als sie es selber konnten.

 

Und dann schreibt Greenpeace – die sich beim NetzPat nochmals explizit als ‘Friedensbewegung’ titulierten – auch noch zu „Abrüstung im Cyberwar”:

Offensive Cyberwaffen, die geheim gehaltene Sicherheitslücken in fremden IT-Systemen ausnützen, können fatale Schäden in der kritischen Infrastruktur eines Staates und an privaten Geräten anrichten. Wir fordern ein internationales Abrüstungsabkommen zur Eindämmung der Verbreitung von offensiven Cyberwaffen und eine Verpflichtung für staatliche Stellen und Private, Sicherheitslücken in fremden IT-Systemen dem Hersteller dieser IT-Systeme zu melden.

Ignorieren wir mal diese seltsame Formulierung von „Offensiven Cyberwaffen”, die damit „defensive Cyberwaffen” wie einen Staats- oder Bundestrojaner legimitieren würde. Alleine, dass Greepeace von „Cyberwar” spricht, ohne zumindest mal den Begriff für sich zu definieren ist, um es freundlich zu formulieren, „ungeschickt”.
Kyrah schrieb dazu 2012 in Ihrer Masterthesis „Wargames in the Fifth Domain” (PDF):

Most of the incidents that are usually associated with “cyberwar” are not, in fact, acts of war in the strict sense of the term. Rather, they belong in the domain of (organised) crime, vandalism, espionage, or “hacktivism”.

Greenpeace, bekannt für Ihren Aktionismus, hat sich damit selbst jedwede Option auf „Cyber-Aktivismus” verbaut, weil das eigentlich „Cyberwar” wäre, gegen den sie ja sind.

 

Für mich ist überhaupt das „Forderungs-Papier” sehr chaotisch, durchsetzt von diffusen Angsten und Wunschvorstellungen, aber quasi ohne konkrete Umsetzungs/Änderungsvorschläge. Dabei wären durchaus ein paar interessante Punkte drinnen („Maßnahmen zur Verlängerung der Lebensdauer und zur Erhöhung der Sicherheit von Software- und Hardware-Produkten”, …). Es wirkt wie eine erste Alpha-Version, die mal schnell ein paar PraktikantInnen zusammengeklopft haben. Leider. Und sehr schade, weil Greenpeace ja durchaus die Clout und die Erfahrung hätte, in diesem Bereich auch etwas weiter zu bringen.

 

Bei Netpeace wurde Greenpeace leider vom Instant Karma eingeholt.

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[Freitag, 20171215, 01:36 | permanent link | 0 Kommentar(e)


The Future

Warren Ellis writes in his wonderful „Orbital Operations” newsletter:

The future is a weatherfront, and attempting to predict single lightning strikes is stupid and wasteful. Understand the future as weather, and yourself as standing on the shore looking out to the horizon. Breathe the air and watch the water. There are dozens of different systems acting on the approach of the future. In order to get a handle on what’s coming, you need to be talking to and working with and keeping an eye on many different fields. Not just “technology.” The future is also always social, and economic, and political, and many other things besides, and those things act on the path of the storm. And, if you’re standing on the shore, you know that there are a lot of storms out there, and any one of them could hit like a hurricane. If this sounds good to you, then, please, get to it. Because we’re running out of reliable early-warning stations.

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[Samstag, 20171209, 16:55 | permanent link | 0 Kommentar(e)


Science And Poetry

Warren Ellis writes in his wonderful „Orbital Operations” newsletter:

I can’t help but approach science and history from the standpoint of language. Because I’m a writer, sure, but also because that’s where those things truly live. Science can produce the greatest poetry of the age. Even headline writing at otherwise sober institutions like phys.org take on mad poetry, just because that’s the way things are now. Actual headline: “Multifractals suggest the existence of an unknown physical mechanism on the Sun.” An UNKNOWN PHYSICAL MECHANISM ON THE SUN. Just let that sink in. Because that bit alone is some demented Lovecraftian genius. Which may only be topped by THIS actual headline about the NASA NuStar satellite: “NuStar captures possible ‘screams’ from zombie stars.”

This is the real music. “Cosmology in ghost-free bigravity theory with twin matter fluids: The origin of „dark matter”.” And, a personal favourite: “Crystals May Be Possible In Time As Well As Space.”

Science is beautiful, and mysterious, and a source of constant wonder. It is our new wilderness landscape, the new forest full of weird animals and spirits sliding in and out of view on the edge of the clearing and the pool. Now we have, and here’s another headline: “NASA Funds Electricity-Harvesting Robotic Space Eel With Explosive Jet Thrusters and Electroluminescent Skin.” Once, that was all folklore, the stories we told ourselves in order to try and understand the world around us.

The future isn’t happening in far-flung places. It’s happening everywhere. Right here. You’re part of it. It belongs to you to. This is where we live. This is our magic, here in the Science Fiction Condition, and we are damned good at it.

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[Freitag, 20171208, 18:40 | permanent link | 0 Kommentar(e)


Stellungnahme zur IME-VO Novelle 2017

Nachfolgend meine Stellungnahme zum Novellenentwurf „Änderung der Intelligenten Messgeräte-Einführungsverordnung” des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft.

 

Die IME-VO Novelle 2017 ist prinzipiell zu begrüßen, da sie endlich Rechts- und Versorgungssicherheit für BürgerInnen und Bürger schafft, die aus diversen Gründen auf einen „Smart”meter verzichten wollen. Konflikten mit Stromversorgern, die zur Stromabschaltung führen könnten, wie etwa unter [1] beschrieben, wird, insbesonders durch die Anrechnung der datensparsamen Zähler an die Zielverpflichtungen, entgegengewirkt.

1. Zu Ziffer 4 der IME-VO Novelle 2017 würde ich in dem neuen „§ 1 Abs. 6” folgende Änderungen vorschlagen, um etwaige Interpretationsspielräume der Energieversorger einzuengen und eine Nachvollziehbarkeit für die Kunden der Energielieferanten zu schaffen.

a)
„… dass keine Tages- und Viertelstundenwerte gespeichert und übertragen werden …”
in
„… dass keine Messwerte mit einer Granularität geringer als 1 Monat gespeichert und übertragen werden …”

b)
„… und die Abschaltfunktion sowie Leistungsbegrenzungsfunktion deaktiviert sind; …”
in
„… und die Abschaltfunktion sowie Leistungsbegrenzungsfunktion deaktiviert sind; Die Umkonfiguration des Zählers von Opt-In zu Opt-Out Konfiguration und vice versa hat für den Kunden kostenfrei zu erfolgen;”

b)
„… und die Abschaltfunktion sowie Leistungsbegrenzungsfunktion deaktiviert sind; …”
in
„… und die Abschaltfunktion sowie Leistungsbegrenzungsfunktion deaktiviert und diese Einstellungen nach Maßgabe der technischen Möglichkeit mechanisch am Zähler durchzuführen sind. Die Konfiguration der Messgeräte und die Deaktivierung der zuvor beschriebenen Funktionen muss für den Endkunden leicht verständlich nachvollziehbar sein.”

2. Des Weiteren würden die in Ziffer 4 angeführten Änderungen meines Erachtens nach auch eine Anpassung des § 3 der „Intelligente Messgeräte-AnforderungsVO 2011 – IMA-VO 2011” (BGBl. II Nr. 339/2011) [2] bedingen.
Hier sollte § 3 folgender Abs. 13 angefügt werden:

„(13) Die intelligenten Messgeräte sind dahingehend auszustatten, dass über eine Konfiguration des Gerätes Messwerte unter einer Granularität von einem Monat weder gespeichert und übertragen werden können. Darüber hinaus haben die intelligenten Messgeräte die Möglichkeit zu bieten, die Abschaltfunktion sowie Leistungsbegrenzungsfunktion zu deaktivieren. Diese Einstellungen sind nach Maßgabe der technischen Möglichkeiten mechanisch durchzuführen. Eine Kontrolle dieser Einstellungen muss für die Energiekunden leicht verständlich und ohne Fachkenntnis nachvollziehbar sein.”

Mit discordischen Grüßen,
etc. pp.

 

[1] „Smart-Meter-Rebellen kämpfen gegen Stromnetzbetreiber - futurezone.at
[2] „Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Intelligente Messgeräte-AnforderungsVO 2011, Fassung vom 07.12.2017

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[Donnerstag, 20171207, 18:12 | permanent link | 0 Kommentar(e)


Privacy-Monatsrückblick November 2017

Der Monat November im Jahre 2017 des gregorianische Kalenders war ein Schlechter für die Privatsphäre/Privacy/Datenschutz. Hier die Details:

Gesundheit

Gleich zu Beginn des Monats ist leider die Konsultation zur „Rahmenrichtlinie für die IT-Infrastruktur bei der Anwendung von Telemonitoring: Messdatenerfassungquasi komplett untergegangen. Hier wäre Input wichtig gewesen, sorgen doch die Einsparungsmaßnahmen, genereller Ärztemangel, … dazu, dass diese Form der Medizin in Zukunft verstärkt zum Einsatz kommen wird. Wie zum Beispiel die Wundüberwachung durch Pflaster (natürlich nur zum Wohle des Patienten). In den UK hingegen wehrt sich eine NGO, dass Gesundheitsdaten für die „Durchsetzung von Immigrationsrichtlinien” eingesetzt werden. Und in den USA wird Google bald die Protokolle von Arztbesuchen schreiben. Und Apple sammelt dann mal Eure Herz-Daten, die natürlich „nie” an Versicherungen, etc. weitergegeben werden. Und falls Ihr Euch wundert, warum Ihr in ein paar Jahren ev. mehr für die Krankenversicherung zahlen müsst: A New Algorithm Identifies Candidates for Palliative Care by Predicting When Patients Will Die – ein langes Leben muss man sich leisten können. Währenddessen gibt der Healthcare-Provicer NHS England £ 6,6 Mio. aus, um einen Fall von plörtzlichem Datenreichtum aus dem Februar zu beheben.

E-ID und E-Voting

Beim Thema E-ID und E-Voting hat sich ebenfalls wieder was getan. Estland hat die Nutzung seiner digitalen ID-Karten aufgrund eines Kryptopgrafieproblems ausgesetzt, die EDRi hat dazu auch einiges an Informationen veröffentlicht. Und Estland wartet noch immer auf eine Entschuldigung von Gemalto.

Schnüffelnder Staaten und Unternehmen

Internetsperren durch Regierungen haben sich laut Unesco verdreifacht, der Flughafen Wien führt Gesichtserkennung ein (während die TSA schon plant, alle Reisenden auf Flughäfen mit Gesichtserkennung zu verfolgen). In UK hingegen könnten demnächst private Unternehmen Zugriff auf die biometrischen Daten der Passdatenbank bekommen (wie war das nochmal mit der E-ID in Österreich?). Auf der anderen Seite muss die UK Regierung ihre „Snoopers Charter” an EU-Recht anpassen.

Unterhaltsam auch, dass das österreichische Innenministerium an die Rubicon IT 10 Aufträge ohne Ausschreibung vergeben hat und die Rubicon IT und das Innenministerium über Johannes Strohmayer und Robert Schächter auch mit der Oesterreichischen Staatsdruckerei (E-ID, MIA) verbandelt sind. Tu felix austria …
Aber derartiges überrascht ja nicht, wenn selbst der Geschäftsführer des Bundesrechenzentrums, des „IT-Dienstleister des Bundes”, davon träumt, mindestens so viele Daten über Bürger sammeln zu dürfen, wie Facebook.

Und die neue EU-Richtlinie bringt Kontodaten in Gefahr. Da wundert es nicht, dass kaum ein Deutscher noch an Datenschutz glaubt.

Die Urheberrechtsmafiaverwerter von KunstHatRecht und Co. haben auch mal wieder zugeschlagen. In einem Maßnahmenpaket zum VerbraucherInnenschutz haben sie Netzsperren hineinverhandelt, die weder effektiv noch verhältnismäßig sind. Der Verbraucherschutz sorgt jetzt also für die Etablierung einer Zensur-Infrastruktur.
In Indien hingegen wird diese Infrastruktur dafür genutzt, vor dem Besuch einer Porno-Seite eine PolitikerInnen-Rede anzuzeigen.

Das deutsche Bundeskriminalamt hat ein genaues Bewegungsprofil eines bei G20 akkreditierten ARD-Korrespondenten aufgezeichnet – und dabei auch noch Fehler gemacht. Und auch die deutsche Polizei hat ein seltsames Verständnis von Privatsphäre.
Aber auch in AT feiern Pranger und Vorverurteilungen fröhliche Urständ: FPÖ-Mandatar warnt auf Facebook mit Foto vor „Belästiger”

Eine Steuerungsapp für Vibratoren zeichnet mit dem Mikrofon des Handys alles auf, während die App läuft, während ein anderes Sex-Spielzeug Code-Injections erlaubt, also massiv unsicher ist.
Und wer sich vor „Schultersurfern” in U-Bahn, … „schützen” möchte, braucht bei Google nur seine Kamera dauernd aktiviert haben – da gäbe es einfachere Methoden. Wie zum Beispiel dieser australische Angestellte, der sein Firmenhandy samt GPS-Tracker immer in ein Rohscheiben-Sackerl gepackt hat, wenn er in der Arbeitszeit Golf spielen war.

Australier tauschen Privatsphäre für mehr (vermeidliche) Sicherheit ein und Amazons Schlüssellösung, damit der Versandriese Pakete einfach zustellen kann, sorgt für viele, tieffliegende WTFs.
Da erscheint ein WC, das man nur mit App nutzen kann fast schon wieder „normal”. Ach ja – zwei Drittel aller Android Apps tracken dich mit Lösungen von Drittanbietern wie Facebook, Adobe und Co.

Weiter können Wissenschaftler nun auch Benutzer von mobilen Endgeräten aufgrund ihres Tippverhaltens eindeutig erkennen, die Überwachung am Arbeitsplatz wird immer einfacher, und Data Mining for profit gewinnt noch mehr an Fahrt.
Geofencing ist super: Unternehmen können Geofencing aber auch nutzen, um Mitarbeiter im Außendienst zu überwachen, Zeitkarten zu automatisieren oder das Firmeneigentum im Auge zu behalten, berichtet die Computerwelt.
Auch im November wurde vielen Personen erst bewusst, dass die „Replay Scripts”, mit denen Unternehmen ermitteln wollen, wie User ihre Sites benutzen, auch ein massives Privacy Problem darstellen.

Ist noch jemand überrascht, dass der britische Geheimdienst GCHQ Rufmord im Netz plant oder Deuschland (wie Österreich) „digital Zurückschlagen” will (Ich frag mich ja gegen wen. Die Kameras in einem Botnet)?

Und wenn Ihr wissen wollt, was so in Sachen Massenberwachung und Steuerung auf uns zukommt, schaut Euch das Social Credit System in China an. Bonuspunkte für den Kauf gesunder Babynahrung, Abzug für Pornokonsum. Und ja, Chinas Präsident Xi Jinping meint auch, „Haben das Recht, Internet zu zensieren”.

Facebook

Auch über Facebook wurde wieder Einiges bekannt. Darunter Informationen zu den Schattenprofilen, Facebook weiß nun auch, was Du „offline” mit Visa bezahlt hast, Facebook muss Dir auch nicht zuhören, um Geld mit Dir zu verdienen und Facebook hätte auch gerne Nacktfotos von Dir - natürlich nur um Dich zu schützen.

Aber Facebook hat auch wieder gegen Verbraucherschützer verloren, ein Nutzer behauptet, Facebook liest im Chat verschickte Dateien und zeigt in Zukunft an, wenn man russische Propaganda gesehen hat. Und natürlich muss man bei Facebook löschen, also startet Facebook ein zweites Löschzentrum in Deutschland.
Dafür will Facebook nun auch Daten sammeln, wenn man mit Unternehmen nicht auf Facebook selbst kommuniziert.
Ein Schelm wer böses denkt, wenn sich in der Weboberfläche von Facebook keine Posts mehr löschen lassen und Facebook keinen Zugriff mehr aufs eigene Profil erlaubt, wenn man kein Foto von sich hochlädt.
Dafür will Facebook nun mittels Algorithmen erkennen, ob Benutzer selbstmordgefährdet sind und dann entsprechende Maßnahmen setzen.
Übrigens: Facebook klassifiziert Dich aufgrund Deiner nicht gesendeten Postings.

War on Crypto

In den USA träumt das Justizministerium davon, starke Verschlüsselung brechen zu können. Und was schon in den 1990ern nicht funktioniert hat, hält aber auch aktuelle Politiker nicht davon ab, es wieder zu probieren. So träumt auch Deutschlands geschäftsführender Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) davon, die Industrie verpflichten zu können, deutschen Sicherheitsbehörden digitale Einfallstore für das Ausspionieren von privaten Autos, Computern und Smart-TVs zu öffnen. Ich bin immer noch beeindruckt, dass Netzpolitik.org. hier nicht einfach nur ein großes „WTF” veröffentlicht hat. Und auch wenn es immer wieder PolitikerInnen gibt, die sich ein „Hack Back” wünschen würden, ist es noch immer keine gute Idee.

Massenüberwachung

Biometrische Merkmale sind kein Passwort

Plötzlicher Datenreichtum

Ende gut, alles gut

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[Mittwoch, 20171206, 20:01 | permanent link | 0 Kommentar(e)


Links from 2017-12-03

Ambient AI Is About to Devour the Software Industry - MIT Technology Review

This might seem like no big deal, but it’s actually the latest sign that cloud-based machine learning is about to take the software industry by storm—and, by extension, to rewire the entire economy. Using Amazon’s new platform, developers can collaborate in real time to tap into powerful, cloud-based AI that they can bake into a new generation of apps and Web services. This will mean learning new ways of thinking about software, and it should lead to the rise of everyday software that behaves with more intelligence.

This shift promises to be the biggest transition for the software world in decades. The easy availability of on-demand machine learning, combined with tools for automating the design and training of AI models, should, in fact, have an increasing impact on overall economic productivity, according to some economists.

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[Montag, 20171204, 05:00 | permanent link | 0 Kommentar(e)


Die FFG informiert - KW 48

Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft hatte in ihrem aktuellen Newsletter wieder ein paar interessante Punkte drinnen.

MINT-Gütesiegel startet in die 2. Runde

Das bundesweit gültige MINT-Gütesiegel zeichnet Bildungseinrichtungen aus, die innovatives und begeisterndes Lernen im MINT-Bereich ermöglichen (MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Die 2. Ausschreibungsrunde für das MINT-Gütesiegel läuft von 15.11.2017 bis 31.1.2018.
Nähere Informationen: ihttp://www.mintschule.at

Hier vergibt anscheinend die Pädagogische Hochschule Wien „Gütesiegel”, welche von der Industriellenvereinigung und einem weiteren augenscheinlichen Industrie-Lobby-Verein unterstützt werden. Und alles von der FFG und dem Unterrichtsministerium gefördert.
Gehts der Wirtschaft gut …

 

IKT der Zukunft: 6. Ausschreibung gestartet - 10 Mio. Euro für Forschungsprojekte und ein Leitprojekt

Die 6. Ausschreibung des Förderprogramms IKT der Zukunft des bmvit adressiert die IKT-Themenfelder Komplexe Systeme, Sichere Systeme, Intelligente Systeme und Interoperabilität. Einen Schwerpunkt bildet das „Internet für den Menschen”. Sondierungen und kooperative F&E-Projekte können bis 5.3.2018, das Leitprojekt bis 25.4.2018 eingereicht werden.
Nähere Informationen: https://www.ffg.at/iktderzukunft
Finde ich spannend, da zum Einen „(Gemeinnützige) Vereine” hier als Zielgruppe für die Förderung und zum Anderen auch der Datenschutz als Förderungsziel definiert werden:
Vertrauen rechtfertigen: Sichere Systeme
  • Zuverlässigkeit
  • Security
  • Datenschutz und Datensicherheit

 

IKT der Zukunft - benefit: Neue Ausschreibung geöffnet, Budget 2,3 Mio Euro

Die Ausschreibung 2017 „IKT der Zukunft: benefit - Demografischer Wandel als Chance” ist bis 17. April 2018, 12:00 Uhr offen. Ausgeschrieben sind 1) Testregionen für Digitalisierung im Alter; 2) Sondierungen für neue Ansätze IKT-gestützter Lösungen zur Erhöhung der Lebensqualität älterer Menschen; 3) drei spezifische F&E Dienstleistungen.
Nähere Informationen: https://www.ffg.at/ausschreibung-benefit-2017

Ich durfte heuer ja auch schon bei den DigitalDays2017 der Stadt Wien am Active and Assisted Living Panel teilnehmen. Spannendes Thema, leider wird auch hier wieder auf Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung oft vergessen.

 

AT:net, Markteinführungsprojekt für digitale Anwendungen und Produkte: 4. Ausschreibung gestartet, Einreichfrist 16.1.2018

Mit dem Programm AT:net fördert das Bundeskanzleramt die Markteinführung digitaler Anwendungen und Produkte, ausgehend von einem bestehenden Prototyp bis zum kommerziellen Vollbetrieb. Für die 4. Ausschreibung 2017/2018 (Einreichfrist: 16.01.2018) und die 5. Ausschreibung 2018 (17.01.2018-23.04.2018) stehen insgesamt 14 Mio. Euro zur Verfügung.
Nähere Informationen: https://www.ffg.at/atnet

Das Pet-Project der SPÖ-Staatssekretärinnen Duzdar und Ihrer Vorgängerin Steßl. Hier verschwindet viel Geld, das eigentlich für den Breitbandausbau oder zumindest eine Leerverrohrung gedacht war in sinnlosen Start-Ups, anstatt den sowieso schon schwachen FTTH-Ausbau zu fördern. Und das, obwohl AT:net in der letzten Abschlussevaluierung keine Wirkung nachgewiesen werden konnte.

 

28.11.2017: forum invent, Graz

Mit welchem Patent- und Markenschutz führe ich mein Produkt zum Erfolg? Wie schütze ich mein geistiges Eigentum im nationalen und internationalen Wettbewerb? Welche Partner und Förderungen gibt es für Patente, Marken und Intellectual Property? Das forum invent bietet eine Diskussionsplattform rund um das Thema geistiges Eigentum und Patente.
Nähere Informationen: https://www.ffg.at/veranstaltungen/forum-invent-2017-klagenfurt

Ev. möchte da ja jemand von der FSFE vorbei schauen. ;)

 

12.12.2017: club research - Die Macht und Herrlichkeit der Daten, Wien

Der club research beschäftigt sich mit der Zukunft des „Datenkapitalismus”. Viktor Mayer-Schönberger hält die Keynote, mit ihm diskutieren Expertinnen und Experten aus der Sicht der Innovationsforschung und der Unternehmensentwicklung und in Verantwortung für den Verbraucherschutz.
Nähere Informationen: https://www.ffg.at/veranstaltungen/club-research-2017

Spannende Fragestellungen: Kann der im Datenkapitalismus geschaffene Wertzuwachs dann auch gerecht (um)verteilt werden? Wie können wir verhindern, dass sich – wie bisher – die großen Datenmonopolisten die Effizienzrenditen aneignen? Welche Aufgaben stellen sich da dem Staat? Wie werden sich Firmen auf datenreichen Märkten bewegen? Wie ändern sich ihre Innovationsstrategien? Und wieviel Privatsphäre lassen datenreiche Märkte übrig?. Würde ich hingehen.

 

16.1.2018: Vernetzungsworkshop IKT der Zukunft Leitprojekt „Photonische Systeme für automatisierte Mobilität”, Wien

Am 16.1.2018 veranstalten bmvit und FFG in der OCG in Wien einen Vernetzungsworkshop für die aktuelle Leitprojektausschreibung im Programm IKT der Zukunft. Der Workshop richtet sich an alle Organisationen, die an einer potenziellen Beteiligung im Leitprojekt interessiert sind. Details finden Sie in Kürze auf unserer Website.
Nähere Informationen:https://www.ffg.at/ausschreibungen/ikt-der-zukunft-6-ausschreibung-2017_leitprojekt

Die begleitende Nutzung von Förderinstrumenten zur Entwicklung des Humanpotenzials wird empfohlen. – „Humanpotential” ist „Der Mensch als Batterie, oder wie?” Grad, dass die vom österr. Staat finanzierte GmbH nicht von der „Ressource Mensch” spricht. Grauslich.

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[Donnerstag, 20171130, 20:23 | permanent link | 0 Kommentar(e)


Links from 2017-11-27

"Österreich ist Schlusslicht beim Glasfaser-Ausbau" - futurezone.at

Im Vorfeld des Fiberday 2017 hat Johannes Zeitelberger von der Computer Measurement Group Austria and Eastern Europe (CMG-AE) den seiner Meinung nach schleppenden Ausbau von Breitbandinfrastruktur in Österreich kritisiert. "Österreich ist innerhalb der EU Schlusslicht beim Glasfaser-Ausbau", sagte Zeitelberger. "Wir dürfen jetzt nicht wirtschaftlich und technologisch den Anschluss verlieren."

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[Dienstag, 20171128, 05:00 | permanent link | 0 Kommentar(e)


Links from 2017-11-26

AT Breitbandmilliarde: Weitere 80 Millionen Euro vergeben

"Größter Fördernehmer der zweiten Runde des Access-Programms ist die Energie AG Oberösterreich, die Glasfaser-Kabel bis ins Wohnhaus legt. Auch die A1 Telekom Austria setzt in drei Projekten erstmals komplett auf diese Technologie."

ERSTMALS !!!!!!!!111elf111!!!!!!!!!!!!!!!!!!

What happens when an IoT implementation goes bad? | Network World

The failure of Emberlight reminds us that Internet of Things devices may not work when the vendor stops supporting them.

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[Montag, 20171127, 05:00 | permanent link | 0 Kommentar(e)


Links from 2017-11-16

Tim Berners-Lee on the future of the web: ‘The system is failing’ | Technology | The Guardian

Sir Tim Berners-Lee’s optimism about the future of the web is starting to wane in the face of a “nasty storm” of issues including the rollback of net neutrality protections, the proliferation of fake news, propaganda and the web’s increasing polarisation.

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[Freitag, 20171117, 05:00 | permanent link | 0 Kommentar(e)


Links from 2017-11-12

New study links natural disaster with revolutions | Ars Technica

Because the ancient Egyptians were a farming culture that lived and died by the harvest, the annual Nile flood was key to survival. Floods meant nutrient-rich waters fed the fields and everyone could eat. Nile levels were so important to the Egyptian economy that the government based tax amounts on readings from "Nilometers," stone wells fed by the river where they could measure its height in cubits. If the levels were trending too high (destructive flooding) or too low (drought), taxes were scaled back to account for people’s diminished fortunes.

Years with low rainfall inevitably meant people wanted for more and had less to lose. Gripes with the government became full-scale rebellions, like the 20-year "Theban revolt" that started in 207 BCE and the "Egyptian revolt" against Ptolemy III between 245-238 BCE. Both came after periods of increased volcanic activity. Though many other factors were in play, there is an undeniable correlation between eruptions and rebellion against the Ptolemaic regime.

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[Montag, 20171113, 05:00 | permanent link | 0 Kommentar(e)


Links from 2017-11-10

Zweite Zahlungsdienstrichtlinie: EU gefährdet Kontodaten von Internetnutzern

Mit der PSD II können Firmen im Internet dann einen Blick auf die Konten ihrer Kunden werfen. Voraussetzung dafür ist aber laut „Bild“, dass der Kunde einwilligt und dem Anbieter von Konteninformationsdiensten eine geheime PIN zur Verfügung stellt. Damit kann dieser dann auf die Kontodaten der vergangenen 90 Tage zugreifen. Firmen könnten so beispielsweise herausfinden, wieviel ihre Kunden verdienen und wofür sie ihr Geld ausgeben.
Gedacht sind die Konteninformationsdienste eigentlich dafür, Kunden eine bessere Übersicht über ihre Konten zu bieten.

Familienrecht: Und das Kind gehört zu Mama

Die FDP will, dass Trennungskinder ein Recht darauf haben, abwechselnd bei Vater und Mutter zu leben. Doch Union und Grüne wehren sich.

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[Samstag, 20171111, 05:00 | permanent link | 0 Kommentar(e)


Links from 2017-11-09

William Gibson Talks Archangel, Apocalypses, and Dystopias

Dystopia is not very evenly distributed.

I think I aspire to naturalism, which today is easily mistaken for the dystopian. When Neuromancer was published in 1984, it was seen by many as a very dark view of the future indeed; yet I knew that the world was full of millions of people who’d migrate to the Sprawl in a flash, if only they had the chance, and be socioeconomically much better off for it.

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[Freitag, 20171110, 05:00 | permanent link | 0 Kommentar(e)


Links from 2017-11-05

Party Discipline | Tor.com

In a world where most of us are just surplus population, certain temptations are acute indeed.

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[Montag, 20171106, 05:00 | permanent link | 0 Kommentar(e)


Links from 2017-10-29

William Gibson interviewed: Archangel, the Jackpot, and the instantly commodifiable dreamtime of industrial societies

Mr. Baby’s club in Archangel is envisioned as a scaled-up version of what you get when Berlin’s Weimar bohemia becomes a platform for the postwar black market, so imagine it as primarily extra-legal, but staffed in part by pre-war counterculturists.

William Gibson: ‘I Never Expected to Be Living in an American Retro-Future’

My most recent novel, The Peripheral, has two futures, one mid 21st-century, the other mid 22nd-century. And the mid 22nd-century is out-there post-Singularity weird-ass, so I guess I’m already there.

The book I’m currently finishing, called Agency, is set in that same 22nd Century future, but also in a 2017 San Francisco, in a timeline where Trump lost the election (but which is itself no picnic).

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[Montag, 20171030, 05:00 | permanent link | 0 Kommentar(e)


Open Source Lippenbekenntnisse

Der wunderbare Fabian Schmid hat neulich im Standard „Einig sind sich die Parteien darin, dass mehr Open-Source-Software zum Einsatz kommen soll” getitelt. In dem Text heißt es dann:

Noch mehr stimmen die Parteien in ihrer Position zu Open-Source-Software überein. Alle befragten Listen, Bewegungen und Parteien wollen deren Einsatz in der Verwaltung fördern.

Also schaun wir mal, ob sie Wasser predigen und Wein trinken.

SPÖ Grundsatzprogramm

Author:
MElsner
Producer:
Acrobat Distiller 4.0 for Windows
Creator:
Adobe PageMaker 6.52
Format:
PDF-1.3

ÖVP - Erster Teil unseres Wahlprogramms

Author:
None
Producer:
Adobe PDF Library 15.0
Creator:
Adobe InDesign CC 2017 (Macintosh)
Format:
PDF-1.6

Freiheitliches Wahlprogramm zur Nationalratswahl 2017

Author:
Thomas
Producer:
Acrobat Distiller 8.1.0 (Macintosh)
Creator:
QuarkXPress(R) 8.51
Format:
PDF-1.3

Die Grünen – Wahlprogramm 2017 Langversion

Author:
None
Producer:
Adobe PDF Library 10.0.1
Creator:
Adobe InDesign CS6 (Macintosh)
Format:
PDF-1.6

Die Grünen sind auch die Einzigen, die den Content-Type für Ihr PDF auf „application/octet-stream” gestellt hatten, was dazu führte, dass das PDF bei mir im vim aufging ;)

NEOS Chancenplan Faire Digitalisierung

Author:
None
Producer:
Adobe PDF Library 15.0
Creator:
Adobe InDesign CC 2017 (Windows)
Format:
PDF-1.7

Satzung der politischen Partei „LISTE PETER PILZ“

Author:
Peter Kolba
Producer:
Microsoft® Word 2013
Creator:
Microsoft® Word 2013
Format:
PDF-1.5

Mensch sieht also, wie nachdrücklich sich die verschiedenen Parteien, Bewegungen und Listen zu „Open Source” bekennen und das auch wirklich vorleben.
Aber ich gebe zu, im Design/Layout Bereich führt oft noch kein Weg an den oben angeführten Anwendungen vorbei, da die vergleichbaren Open Source Lösungen funktional und bei der Bedienungsfreundlichkeit oft noch hinterher hinken – dieser Vergleich ist also mit einem Augenzwinkern zu interpretieren. ;)

Aber vielleicht schauts ja bei den Webservern besser aus? Schauen wir uns die mal an!

spoe.at
Server: Apache
mitmachen.sebastian-kurz.at
Server: Server: AmazonS3
oevp.at
Server: Microsoft-IIS/8.5
www.fpoe.at
Server: Microsoft-IIS/8.5 – aber einen Varnish davor!
www.gruene.at
Apache/2.4.10 (Debian) – und einer HipHop Virtual Machine (HHVM) dahinter
partei.neos.eu
Server: nginx/1.6.2
listepilz.at
Server: Apache

Das schaut ja schon ein wenig glaubwürdiger aus. SPÖ, Grüne, NEOS und Liste Pilz setzen bei Ihren Webauftritten auf Open Source (und überraschenderweise auch alle auf HTTPS – es wird ja). ÖVP/Kurz und FPÖ auf den Riesen aus Redmond bzw. Seattle.

Ok, OK. Jetzt schau ich bei den Mailservern auch noch nach.

spoe.at
Barracuda Spam & Virus Firewall 400
mitmachen.sebastian-kurz.at
Kein MX eingetragen – tztztztztz
oevp.at
mail.alpha-medien.at
www.fpoe.at
CommuniGate Pro 6.2c4 auf (vermutlich) Linux 2.6.X
www.gruene.at
outflow.gruene.at (vermutlich „FreeBSD 7.1-RELEASE - 9.0-CURRENT” ?)
partei.neos.eu
Google (lists.neos.eu ist ein „Postfix (Ubuntu)” )
listepilz.at
Microsoft Outlook.de

Auch bei den Mailservern (MXen) ein durchwachsenes Bild. Einmal Google, einmal Microsoft, der Rest betreibt zumindest lokale Mailserver – auf einer breiten Palette von Plattformen

 

Es ist noch ein weiter Weg in Österreich zu „Public Money? Public Code!

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[Donnerstag, 20170928, 21:44 | permanent link | 0 Kommentar(e)


Map Logitech Back/Forward Buttons to Media Controls on Linux Mint

I usually let Rythmbox run in random mode. But depending on my mood, I want to skip a song now an then. As Lenovo moved the media controls from FN-Cursor (W520) to Fn-Function (W530) key combinations (FN-F10/F12 for previous/next track), I was looking for a simpler solution. Roll in the Previous/Next Page Buttons of my M570 Trackball!

Thanks to this blog post by Stefan Jones, mapping the buttons was – after some digging into the xvkbd man page and this Xmodmap configuration – quite easy.

sudo apt-get install xbindkeys
touch ~/.xbindkeysrc

Then add the following lines to ~/.xbindkeysrc using your favourite editor:

# button further away from the user -> previous track
"xvkbd -xsendevent -text "\[XF86AudioPrev]""
m:0x0 + b:8
 
# button closer to the user -> next track
"xvkbd -xsendevent -text "\[XF86AudioNext]""
m:0x0 + b:9

Add „xbindkeys” to your „Startup Applications” (if not already done by the xbindkeys installation and your are done.

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[Dienstag, 20170926, 21:23 | permanent link | 0 Kommentar(e)


Links from 2017-09-24

Why we still believe in the state

The constitutional state is today the universal expression of power despite its constant questioning and its lack of ability to maintain a minimal order in large parts of the world. This two-century-old invention seems to resist despite the challenges it faces. It remains an attractive idea with a universal reach; all cultures seem to have adopted it one way or another

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[Montag, 20170925, 05:00 | permanent link | 0 Kommentar(e)


Links from 2017-09-23

BASH Parameter expansion [Bash Hackers Wiki]

Parameter expansion is the procedure to get the value from the referenced entity, like expanding a variable to print its value. On expansion time you can do very nasty things with the parameter or its value. These things are described here.

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[Sonntag, 20170924, 05:00 | permanent link | 0 Kommentar(e)


Der e-Voting Zombie -- Grünbuch Edition

Mit „Digitalisierung und Demokratie” durfte die Lobby-Agentur Kovar & Partners bereits das dritte sinnbefreite und konsequenzlose Grünbuch für den Präsidenten des Bundesrates Edgar Mayer erstellen.
Diesmal dürfen wir Steuerzahler aber nicht nur dessen redaktionelle Arbeit und das Totholz für das Grünbuch bezahlen, sondern auch noch eine Online-Konsultation zu eben diesem Grünbuch, die auf einem Tool der Pnyxnet GmbH basiert, deren Managing Partner – zufälligerweise – Andreas Kovar ist.

Meine Erwartungshaltung zu dem Grünbuch war schon vor dem Lesen gering, wurde aber durch die tatsächlichen Inhalte überraschenderweise doch nochmal unterboten. Ich picke hier mal das Thema e-Voting heraus.

Verfasst wurde das Kapitel „Perspektiven des e-Voting: Verfassungsrechtliche und –politische Überlegungen” vom A.o. Univ.-Prof. Dr. Gerhard Strejcek, Institut für Staats- und Verwaltungsrecht an der Universität Wien. Mensch könnte also annehmen, dass hier gescheite Dinge drinnen stehen. Tja …

Heute sind Verschlüsselungstechniken verfügbar und die Trennung einer geheimen, unbeobachtbaren Stimmabgabe von der Identifikation des Wählers und seiner Berechtigung stößt auch nicht mehr auf unüberwindbare Hürden.

Zweiter Satz. Ja, leider schon im zweiten Satz.
Wie wir alle wissen sind „Verschlüsselungstechniken” schon länger verfügbar – Caesar-Verschlüsselung hätte beim großen Latinum schon mal vorkommen könnnen — nicht erst „heute”. Leider bleibt der Autor eine Link oder genauere Ausführungen schuldig, welche „Verschlüsselungstechniken” er hier nun genau meint.

Auch für die Behauptung, dass Trennung der Stimmabgabe von der Identifikation der WählerInnen möglich wäre, liefert Hr. Strejcek leider keinerlei Belege, Links oder andere Informationen. Mensch kann nur vermuten, dass dies seiner Ansicht nach durch die „Verschlüsselungstechniken” möglich gemacht wird – was ich als Techniker mal negieren und anzweifeln muss, so nicht mehr Informationen vorliegen.
Alles, was derzeit mit Blockchain, „Attribute Based Credentials”, etc. geforscht wird, ist aktuell noch weit weg von einer praktischen Umsetzung.
Die derzeit einzige Möglichkeit, die „unüberwindbaren [Anm. technischen] Hürden” zu überwinden, wäre durch legistische Maßnahmen, aber nicht durch Technik. Aber dazu weiter unten mehr.

Die Technik des e-Voting lässt sich auch mit konventionellen Schutzmechanismen verbinden.

Was sind „konventionelle” Schutzmechanismen? Polizisten? Der Einsatz des Bundesheers im Inneren? Lange Passwörter? Ich vermute, er meint Dinge wie IT-Security, OWASP-Test, Pen-Tests, Firwalls und all die anderen Dinge, die derzeit als „State-of-the-Art” Mechanismen für IT-Security gelten.
Ein e-Voting ohne diese „konventionellen” Schutzmechanismen würde ich sowieso als Humbug bezeichnen – wenn ich einen freundlichen Tag habe.
RFC-AutorInnen würden darüber hinaus das „lässt” vermutlich durch „muss” ersetzen.

So ist es etwa in Estland möglich, trotz elektronisch abgegebener Stimme sein eigens Wahlverhalten zu revidieren und dennoch vor einer Wahlbehörde zu erscheinen.

OK, es hat immerhin bis zum vierten Satz gedauert, bevor „Estland” als Beispiel gebracht wird. Wenige Tage nach Veröffentlichung des Grünbuches ging diese Schlagzeile online: Estland: Sicherheitslücke in fast 750.000 ID-Cards. Und so unumstritten, wie die e-Voting BefürworterInnen die Situation in Estland darstellen, ist sie nicht.

Dass sein Beispiel bezgl. des Revidierens auch zu Ungunsten der wählenden Person umgesetzt werden kann, hat der Autor des Artikels ebenfalls ignoriert bzw. übersehen. Ein kluger Kopf wie Hr. A.o. Univ.-Prof. Dr. Gerhard Strejcek hat das sicherlich nicht bewusst weggelassen.

Die Einführung des e-Voting bei Wahlen […] bedürfte einer bundesverfassungsgesetzlichen Ermächtigung.

Der erste korrekte, richtige, betonens– und begrüßenswerte Satz in dem Text. Solange es keine Verfassungsänderung gibt, brauchen wir über e-Voting nicht weiter diskutieren, auch wenn sich das PolitikerInnen der verschiedensten Blau-, Rosa- und Rottöne aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen immer wieder gerne wünschen!

Den endgültigen Durchbruch für höhere Beteiligungen aber wird die derzeit noch nicht in Kraft stehende Möglichkeit bringen, eine Unterstützungserklärung elektronisch abzugeben.

Auf diese sehr sinnvolle, technisch und datenschutztechnisch problemlos umsetzbare Möglichkeit der Online-Partizipierung (NICHT e-Voting!) warte ich seit Jahren.

Die rechtspolitische Fortentwicklung ist hier auf eine Willensbildung des Parlaments angewiesen, die zu einer größeren Wahlreform auf Bundesverfassungsebene führen müsste.

Die hoffentlich in dieser Form nicht stattfinden wird, wenn die Nationalratsabgeordneten (die BundesratvertreterInnen haben ja auch hier nicht relevant mitzureden), auch nur ein wenig auf Personen mit IT-Fachwissen hören würden.

Angesichts des niedrigen Wahlalters ist eine größer werdende Gruppe mit der Technik hinreichend vertraut …

Ach, die Mär der „Digital Natives” bzw. Millenials. Picken wir einfach mal einen der vielen Texte dazu aus diesem „Internet”: „Digital Natives sind ein Mythos”. Wer mehr dazu wissen will, kann gerne Lena Doppel mit dem Wort „Digital Natives” triggern. Ich bring Popcorn mit.

… und kann sich auch die für eine Wahl erforderliche Abgeschiedenheit bei der Stimmabgabe verschaffen. …. Wer aber zwischen zwei Mailchecks oder einem Surf-Vorgang eine Stimme abgibt, wird dabei in aller Regel unbeobachtet bleiben.

„Abgeschiedenheit für die Stimmabgabe”? Mit Videokameras in allen öffentlichen Bereichen? Mit Spielzeug, das Audio- und Videoaufnahmen macht? Mit elekronischen Helferleins wie Google Voice, Alexa, Siri und Co. in Handys und Geräten die wir und bewusst in die Wohnung stellen, damit sie uns den ganzen Tag zuhören und zusehen?
Hr. Strejcek verkennt offenbar die digitale wie physische Realität.

Die nicht gelöste Trennung von notwendiger Authentifizierung vs. anonyme Stimmabgabe würde dazu führen, dass man eventuell – mit viel Glück – zwar nicht online beobachtet wird, aber sicherlich persönlich erfasst ist. Aber natürlich würde das auch völlig neue Geschäftsfelder eröffnen. Z.B. „smarte” Helfer am Rechner (Siri, etc.), die dann bei der Wahl „unterstützen”. Der persönliche Rechner oder das persönliche Handy ist für eine „objektive” (haha) Stimmabgabe der schlechtest mögliche Ort.

Und auf den Bundestrojaner, pardon, „Staatstrojaner”, den sich der aktuelle Innenminister so sehr wünscht, wollen wir hier auch nicht vergessen. Wie „abgeschieden”, wie „unbeobachtet” wäre ich während meiner Stimmabgabe auf Handy oder Laptop, wenn „der Staat”/die Polizei/die Geheimpolizei/Beamte/Vertragsbedienstete/zugekaufte ZeitarbeiterInnen auf meinen persönlichen Geräten Überwachungssoftware installieren und damit dann jeden meiner Klicks, jede meiner Stimmabgaben mitlesen können und dürfen? Insbesondere, wenn diese Software mit root-Rechten = Gottmodus auf dem Gerät wütet und alles mitliest und vermutlich auch gleich noch an interessierte Insitutionen sendet, was passiert.

Darüber hinaus gibt es noch die nicht staatlich gesponserte Malware/Spitzelsoftware oder anderen Eingriffe in die die IT-Infrastruktur der BenutzerInnen …

„Unbeobachtet” ist Mensch in Österreich wirklich nur in der Wahlkabine am Wahltag, wenn mensch das Telefon daheim liegen gelassen hat.

Mit Hinblick auf Freiheit und Geheimheit der Stimmabgabe schlägt auf der faktischen Ebene das e-Voting die Briefwahl.

Fast. „ist genauso schlimm” statt „schlägt” und der Satz wäre korrekt gewesen. ;)
Und über die Grammatik des Satzes hüllen wir jetzt einfach mal den Mantel des Schweigens …

Es fallen auch die Übertragungsprobleme und Gefahren weg, die durch das bewusste und missbräuchliche Öffnen von Stimmkarten oder durch eine Beschädigung entstehen können.

Auch hier wurde A.o. Univ.-Prof. Dr. Gerhard Strejcek von der Realität rechts überholt. Der CCC e.V. Bericht „Analyse einer Wahlsoftware” aus dem September 2017 zeigt eine Reihe von Möglichkeiten auf, wie aktuell eingesetze Wahl-Software auf mehrere, fast schon triviale Arten so manipuliert bzw. umgangen oder ausgehebelt werden kann, dass sehr wohl „Übertragungsprobleme” (ein sehr schöner Euphemismus für „Wahlmanipulation” übrigens) auftreten werden.
Abgesehen noch davon, dass eine Stimmkarte nur von zeitgleich einem Menschen geöffnet werden kann, weil es sich um ein physisch einzigartiges Objekt handelt. Bei der elektronischen Übertragung können sogar mehrere Stellen den Datenfluss an derselben oder gar unterschiedlichen Stellen abfangen, verändern und wieder einschleusen. Mal schaun, wer am Ende das Rennen macht. ;)

Dass Daten beim Empfänger verstümmelt ankommen, ist zwar auch denkbar, aber hier ist eine rasche Kommunikation mit dem Wähler möglich, …
[BMI Logo]
wir, das Sicherheisteam des Bundesministeriums für Inneres, sind stets bemüht Ihnen ein sichereres Wahlnetzwerk zu bieten.
Aus diesem Grund hat unser BMI Sicherheisteam für unsere Kunden, eine neue Sicherheits-App für Ihr Smartphone entwickelt. Nur so können wir Missbrauch durch Dritte ausschliessen und Ihre Stimme schützen. Die Installation ist nur einmal notwendig, erneute Sicherheitsupdates für ihr Smartphone werden fortan automatisch installiert.
Sollten Sie dieser Aufforderung nicht nach kommen, werden wir nach Ablauf einer Frist von 14 Tagen vorsorglich Ihr Konto sperren.
Weiter auf die Hauptseite und anmelden ("Hauptseite" ist ein anklickbarer Link auf http://meinebetrugsseite.example.com/datenklau.php )
Wir danken für Ihr Verständnis und bitten die Unannehmlichkeiten zu verzeihen.
Mit freundlichen Grüßen

Es hat einen Grund, warum Banken mit ihren Kunden nicht (mehr) über E-Mail kommunizieren. Aber Hr. Strejcek denkt vermutlich an sicher getrackte und abgehörte Kommunikation über WhatsApp oder sogar an die „Elektronische Zustellung”, die bislang von der Bevölkerung in keinster Weise angenommen wird. Da hätten dann Banken, A minus Trust, Post und Co. Freude, wenn diese Investitionslöcher von den BürgerInnen verpflichtend genutzt werden müssten.

Weiters zeigt sich wieder, dass Hr. Strejcek über die dahinterliegende Technologie nicht ausreichend informiert wurde. Digital signierte und verschlüsselte Daten kommen entweder an, oder nicht. Wenn die Nutzdaten nicht korrekt entschlüsselt werden konnten, sind sie nicht „verstümmelt” sondern nicht lesbar, also nicht angekommen. Dann ist irgendetwas angekommen, aber keine Wahldaten.
Digital signierte und verschlüsselte Daten können nicht wie ein Brief oder Fax „verschmiert” oder nur zur Hälfte ankommen. 0 oder 1. Ganz oder gar nicht. Manchmal ist IT ganz einfach (So wie Latein.)

Hinzu kommt, dass Östereich laut den aktuellen Zahlen der Europäische FTTH Konferenz an LETZTER Stelle in Europa beim Glasfaserausbau steht. Von einer „schnellen” Kommunikation mit den BürgerInnen kann mensch hier also auch nicht sprechen. Wir werden froh sein müssen, wenn wie Abstimmungsdaten oder Unterstützungserklärungen nicht KB-weise zu einer Sammelstelle schleppen müssen.

d. Verfassungspolitische Entwicklung

e. Strikte Gesetzesbindung

Die Kapitel „d. Verfassungspolitische Entwicklung” und „e. Strikte Gesetzesbindung” hingegen, in denen sich A.o. Univ.-Prof. Dr. Gerhard Strejcek auf die juristischen Aspekte konzentriert, sind für mich konzise und – soweit das für mich als juristischen Laien nachvollziehbar ist – korrekt. Schade, dass das nicht für den ganzen Text gilt.

Will man eine elektronische Wahl einführen, dann wird man nicht umhin kommen, eine ausdrückliche Ermächtigung zum e-Voting in das B-VG aufzunehmen, wenn dies von einer qualifizierten Mehrheit gewünscht wird.

Ich würde noch „absolute Mehrheit” statt „qualifizierter Mehrheit” sagen, aber sonst ACK!

Bereits in der durch die neuerliche Bundespräsidentenstichwahl am 4. Dezember 2016 in der Öffentlichkeit nicht besonders deutlich wahrgenommenen Wahlreform im Herbst des Vorjahrs (2016) gab es ja einen vielversprechenden Ansatz, was die künftige Ausgestaltung des Unterstützungsverfahrens bei Volksbegehren betrifft.

Auch hier wieder – es gibt klare und große Unterschiede zwischen der Abgabe einer (nicht anonymen, …) Unterstützungserklärung und der Teilnahme an einer geheimen, unbeobachteten, unbeeinflussten, persönlichen Wahl/Stimmabgabe.
Durch das ewige Vermischen der unterschiedlichen Usecases kommen sinnvolle Anwendungen wie „Unterstützungserklärungen” nicht weiter, während Zombies wie e-Voting nicht engültig zu Grabe getragen werden können.
Hier wären alle Beteiligten aufgerufen, zwischen den derzeitig verfassungswidrigen e-Voting und sinnvoller e-Participation bzw. e-Government zu unterscheiden.

Zu betonen ist auch, dass trotz des Rückschlags, den das e-Voting durch das Erkenntnis des VfGH VfSlg 19.592/2011 (ÖH-Wahlen) erlitt, …

Des einen Rückschlag ist des anderen Sieg …

 

Für weitere Informationen zu den unangenehmen Nebenwirkungen von e-Voting lesen Sie papierwahl.at und sprechen Sie mit VertreterInnen der Chaos Computer Club Erfa-Kreise und ChaosTreffs in Ihrer Nähe.

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[Freitag, 20170908, 09:41 | permanent link | 1 Kommentar(e)


Links from 2017-06-18

RFC 6764 - Locating Services for Calendaring Extensions to WebDAV (CalDAV) and vCard Extensions to WebDAV (CardDAV)

 This specification describes how DNS SRV records, DNS TXT records, and well-known URIs can be used together or separately to locate CalDAV (Calendaring Extensions to Web Distributed Authoring and Versioning (WebDAV)) or CardDAV (vCard Extensions to WebDAV) services.

Thunderbird:Autoconfiguration:ConfigFileFormat

This page is the authorative specification of the config file that the Mozilla ISPDB and config services at ISPs return.

It is XML, with a clearly defined format, to be stable and usable by other mail clients, too. Update Aug 2010: In fact, Evolution and KMail and Kontact now use it, too.

Thunderbird Autoconfig: How to create a configuration file

Please do not submit or serve any configurations without SSL! There’s no reason in 2010 why users still need to read mail entirely unprotected.
If you are an ISP and think the server load is too high, try adding an SSL accelerator. They are cheap and widely used. In fact, even most freemail (!) providers these days support SSL, so if users pay you money for ISP service, that’s all the more reason to give them proper service. But first simply try to enable software SSL - small servers may be fine with SSL and without any additional installations.

Autoconfiguration in Thunderbird

Thunderbird 3.1 and later (and 3.0 to some degree) includes mail account autoconfiguration functionality. The goal of autoconfiguration is to make it very easy for users to configure the connection of Thunderbird to their email servers. In many cases, people should be able to download and install Thunderbird, enter their real name, email address and password in the Account Setup Wizard and have a fully functioning mail client and get and send their mail as securely as possible.

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[Montag, 20170619, 05:00 | permanent link | 0 Kommentar(e)


Links from 2017-06-12

The Long, Slow, Rotten March of Progress

The constant recombination of worn-out elements. Companies that make useless products to help other companies make useless products that help other companies make useless products. There are start-ups that spend tens of thousands on names and branding before they even come up with a product or see if anyone might want it. This is called innovation, but what it actually represents is a culture that piles up the garbled detritus of the old in lieu of creating anything new, and a morbid economic order drowning in its own surplus liquidity and willing to invest in any bubble that comes along….

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[Dienstag, 20170613, 05:00 | permanent link | 0 Kommentar(e)


Links from 2017-05-25

The remarkable Neal Stephenson interview | Damien Walter

Neal Stephenson – legendary author of speculative fiction –  on Elon Musk and geek culture, the  NSA revelations of Edward Snowden, how negative cultural narratives are killing big science  – and the upbringing that made him the writer he is.

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[Freitag, 20170526, 05:00 | permanent link | 0 Kommentar(e)


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„Leyrers Online Pamphlet“ ist die persönliche Website von mir, Martin Leyrer. Die hier veröffentlichten Beiträge spiegeln meine Ideen, Interessen, meinen Humor und fallweise auch mein Leben wider.
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