Interessante Interpretation des Urheberrechtsgesetzes

Zur Berichterstattung über Tagesereignisse dürfen Werken die bei Vorgängen, über die berichtet wird, öffentlich wahrnehmbar werden, in einem durch den Informationszweck gerechtfertigten Umfang vervielfältigt, verbreitet, durch Rundfunk gesendet und zu öffentlichen Vorträgen, Aufführungen und Vorführungen benutzt werden.
So zumindest §42c. des Bundesgesetzes über das Urheberrecht an Werken der Literatur und der Kunst und über verwandte Schutzrechte, StF: BGBl. Nr. 111/1936 i.d.F. BGBl I Nr. 32/2003. Und unter dem Eindruck dieses Paragraphen lesen wir uns mal die Meldungen „Nic.at entlässt Mitarbeiter nach Registrierung von Zifferndomains” von heise online und „Zwischenhandel: Nic.at entlässt Mitarbeiter” von oe24.at (Online-Auftritt der neuen Tageszeitung „Österreich”) an.

 


 

2.344 Zeichen bei Heise, 1.616 Zeichen bei oe24. Wesentlich „lustiger” wird es aber, wenn man die Absätze miteinander vergleicht:

heise onlineoe24.at
Mit sofortiger Wirkung hat die österreichische Domainverwaltung Nic.at heute einen technischen Mitarbeiter entlassen, der selbst ins Rennen um die Anfang der Woche gestarteten Zifferndomains eingestiegen war. Nic.at hat mit sofortiger Wirkung einen technischen Mitarbeiter entlassen, der selbst ins Rennen um die gestarteten Zifferndomains eingestiegen war.
Zuvor hatte eine Reihe von Registraren am heutigen Donnerstag von der österreichischen Registry Aufklärung darüber verlangt, warum eine auffällige Anzahl besonders attraktiver Zifferndomains wie „123.at”, „666.at” oder „0815.at” an einen Registrar vergeben worden war, der gleichzeitig Mitarbeiter der Nic.at-Technik war. Eine Reihe von Registraren von der österreichischen Registry haben Aufklärung darüber verlangt, warum eine auffällige Anzahl besonders attraktiver Zifferndomains wie „123.at”, „666.at” oder ” 0815.at” an einen Registrar vergeben worden war, der gleichzeitig Mitarbeiter der Nic.at-Technik war.
Die Nic.at-Geschäftsführung reagierte prompt und teilte inzwischen mit, dem entsprechenden Mitarbeiter gekündigt zu haben. Die Registrierung der Zifferndomains habe eine zwischen dem Entlassenen und der Nic.at bestehende Vereinbarung gebrochen, derzufolge er als Vorsitzender eines Gameclubs Domains für „seine Freunde” registrieren und hosten konnte. Nic.at-Geschäftsführer Richard Wein bedauerte den Zwischenfall. Die Nic.at-Geschäftsführung reagierte prompt und teilte inzwischen mit, dem entsprechenden Mitarbeiter gekündigt zu haben. Die Registrierung der Zifferndomains habe eine zwischen dem Entlassenen und der Nic.at bestehende Vereinbarung gebrochen, derzufolge er als Vorsitzender eines Gameclubs Domains für „seine Freunde” registrieren und hosten konnte. Nic.at-Geschäftsführer Richard Wein bedauerte den Zwischenfall.
Eine Reihe von Zifferndomains, die dem Ex-Mitarbeiter zugeteilt worden waren, sollen nun an die Registrare weitergereicht werden, die die entsprechende Domain als Zweite registrieren wollten. Neu vergeben werden unter anderem die Adressen „666.at” und „123.at”. Bei beiden Adressen bleiben trotz Neuvergabe allerdings noch 98 beziehungsweise 88 „Verlierer”. Die beiden Domains lagen beim Start der Zifferndomains ganz oben auf der Wunschliste. Nicht neu vergeben werden aber die Adressen, die der Entlassene für Dritte registriert hatte und die damit rechtmäßig als Domaininhaber eingetragen wurden. „Damit haben wir ein juristisches Problem”, sagte Wein. Eine Reihe von Zifferndomains, die dem Ex-Mitarbeiter zugeteilt worden waren, sollen nun an die Registrare weitergereicht werden, die die entsprechende Domain als Zweite registrieren wollten. Neu vergeben werden unter anderem die Adressen „666.at” und „123.at”. Bei beiden Adressen bleiben trotz Neuvergabe allerdings noch 98 beziehungsweise 88 „Verlierer”. Die beiden Domains lagen beim Start der Zifferndomains ganz oben auf der Wunschliste. Nicht neu vergeben werden aber die Adressen, die der Entlassene für Dritte registriert hatte und die damit rechtmäßig als Domaininhaber eingetragen wurden. „Damit haben wir ein juristisches Problem”, sagte Wein.
Was mich wundert ist, dass oe24.at keinerlei Quelle für die Meldung angibt. Bei Heise wird in einem Absatz Wein so zitiert, als hätte er mit der Redakteurin gesprochen. Ähnliches findet sich bei oe24.at nicht. An welchen Verlag/welches Medium erinnert mich diese Vorgehensweise nur … ? ;)

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[Sonntag, 20061001, 21:56 | permanent link | 0 Kommentar(e)

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